Mobile App Marketing Guide: 18 Tipps für erfolgreichen App Marketing

Einleitung

Jeder, der sich mit dem Thema Apps beschäftigt hat, weiß, dass die guten alten Zeiten, als die Apps „von sich alleine liefen“ längst vorbei sind. Ohne Marketing läuft heutzutage nichts mehr. Und da ich annehme, dass nicht jeder unserer Leser auf ein endloses Marketing-Budget zugreifen kann, kommt es auf einen Marketing-Mix, anders gesagt auf eine Marketing Strategie an. Ziel: Ausgaben minimieren, Reichweite maximieren.

In diesem Artikel finden Sie 18 Methoden für die Vermarktung einer App. Warum 18? Weil mir 18 eingefallen sind. Bestimmt gibt es viel mehr, geben Sie Ihrer Fantasie freien Lauf.

Die Methoden in dieser App Marketing Strategie habe ich formal in Mobile Marketing, Online Marketing und Offline Marketing aufgeteilt. Die Aufteilung ist ungenau und der Übergang ist flüssig.

Die Struktur des Artikels

Mobile Marketing

  1. ASO (App Store Optimierung)
  2. Lokalisieren
  3. Featured App
  4. App Review Blogs
  5. In-App Marketing
  6. Push Benachrichtigungen

Online Marketing

  1. Performance Marketing
  2. Social Media Channels
  3. Promo-Artikel
  4. Eigene Website
  5. List Building und Newsletter

Offline Marketing

  1. PR
  2. Guerilla Marketing
  3. Partnerschaften
  4. Messen
  5. Press Kit und Launch Material

Black hat

  1. Black Hat App Marketing Strategie

Zusammenfassung

Mobile Marketing

Zum Mobile Marketing gehört alles, was mit App Stores, Apps und generell App Industrie zu tun hat.

      1. ASO (App Store Optimierung)

Das Thema ASO habe ich ausführlich hier dargestellt. Zur Wiederholung: Die meisten App Downloads kommen über die Suche im App Store zustande. Wenn Ihre App gut auffindbar ist – dann haben Sie viele Downloads. Der oben verlinkte Artikel beschreibt ausführlich die Grundlagen und Prinzipien von ASO. Dabei ist ASO bei einfachen Suchbegriffen ein Kinderspiel im Vergleich zu SEO, aber bei „großen“, umkämpften Keywords, bringt ASO alleine kaum etwas.

      1. Lokalisieren

Das bedeutet, Sie sollten sowohl die Sprache der App an sich (Menüführung, Texte usw.), als auch die Beschreibungen im Store in verschiedene Sprachen übersetzen, damit die Benutzer aus anderen Ländern Ihre App einfach finden können. Fangen Sie mit den „größten“ Sprachen an wie Englisch, Chinesisch, Russisch, Spanisch usw. Die Lokalisierung und eine drauffolgende Optimierung der Meta Beschreibungen kann die Sichtbarkeit der App in den lokalen Stores um vielfaches verbessen.

Was ist zu beachten:

        • Wenn die Beschreibung lokalisiert wurde, sollte auch die App übersetzt werden. Sonst mag einer oder anderer Benutzer sich über das Fehlen „seiner“ Sprache aufregen
        • Weniger ist manchmal mehr: es bringt Ihnen nichts die App in 99 Sprachen zu übersetzen, wenn Sie nur Deutschland als Ihren Markt betrachten. Vergessen Sie nicht: wenn Sie später ein Wort ändern wollen, muss es in 99 Sprachen gemacht werden!
        • Sie können die Übersetzungen selbst vornehmen, oder eine Firma beauftragen, die sich darauf spezialisiert. Ab ungefähr 0.09$ pro Wort.
        • Lokalisierung zusammen mit lokal-ASO verbessert Ihre Ergebnisse
        • Anstatt mit den „großen“ Sprachen zu starten (siehe oben) macht es manchmal Sinn mit den „kleinen“ Sprachen zu starten, da Sie es durch den deutlich geringeren Wettbewerb einfacher haben werden an die kritische Masse an Benutzer zu kommen und im nächsten Schritt die Charts der größeren Länder zu stürmen. Sean Parker würde dazu sagen:

„It’s called the Little Bighorn, That’s smart, Mark“The Social Network

      1. Featured App

Featured App Beispiel

Es ist für jeden App Entwickler eine große Ehre, wenn seine App unter „Featured Apps“ im App Store auftaucht. Aber außer Ehre gibt es selbstverständlich einen reinen geschäftlichen Aspekt: es ist ein bedeutender Hebel, wenn Ihre App unter wichtigsten Kategorien, in großen Ländern als featured gelistet wird. Sie bekommen eine Menge Downloads ohne dafür auch nur einen Cent zahlen zu müssen. Die Downloads, die Sie über diesen Weg bekommen, verbessern die Rankings der App in entsprechenden Kategorien und für bestimmte Suchbegriffe, somit bekommen Sie noch mehr organische Downloads.

Es gibt viele diverse Kategorien, wie „die besten neuen Apps“, „die besten neuen Spiele“ usw. Die Apps werden in den jeweiligen Landes-Stores gefeatured, das bedeutet, dass Ihre App vielleicht in Deutschland oder den USA nicht als Featured App eingestellt werden mag, dafür aber in Anquilla oder Antigua and Barbuda.

Die wichtigste Frage lautet allerdings: wie werden Ihre Apps gefeatured? Was können Sie dafür machen? Nun, außer der offensichtlichen Tatsache, dass Sie ein gutes Produkt anbieten sollen, können Sie folgende Punkte beachten:

      • Es hilft wenn Sie eines der neusten Features des Betriebssystems in die App integrieren
      • Saisonbedingtes Content
      • „Schöne Verpackung“ Ihrer App, sei es E-Mail Pitch, Präsentation oder Sonstiges

Das Wichtigste aber, was Ihnen dabei hilft Ihre App in eine Featured Kategorie zu platzieren ist (was für eine Überraschung) der direkte Kontakt zum Apple Team. Wenn Sie das Glück haben, jemanden aus dem App Store Team mit am Bord zu haben, wird Ihre Aufgabe viel einfacher.

      1. App Review Blogs

Es gibt in der Blogosphäre einen Bereich, der sich ausschließlich der Bewertung und der Kritik von Apps widmet. Es gibt zahlreiche eigenständige Blogs, Youtube und andere Social Media Channels, die sich tagtäglich mit dem Thema Apps beschäftigen. Auch fast alle großen digitalen Zeitschriften haben eine Kolumne über die Neuigkeiten aus der App Welt. Sie finden eine lange Liste der relevanten Blogs, Zeitschriften und Websites hier: https://maniacdev.com/2012/05/ios-app-review-sites.

Eine sehr gute Anleitung, wie und was Sie zuschicken sollten, finden Sie hier: http://www.cnet.com/get-products-reviewed/.

      1. Cross Promotion innerhalb anderer Apps

Wie immer und überall in der Geschäftswelt ist es vom großen Nutzen sich mit anderen App Publishern auszutauschen und Deals auszuhandeln. Insbesondere hilfreich ist es, wenn Sie so genannte Cross Promotion vereinbaren. D. h. Ihr Partner macht Werbung in seiner App oder in seinem App Netzwerk und als Gegenleistung bekommt seine Werbung in Ihrer App, eine Zahlung pro Download oder für den Zeitraum, oder einfach ein „Dankeschön“.

In diesem Kontext ist es wichtig mit den App Entwicklern aus der gleichen Branche zu sprechen. So macht es zum Beispiel wenig Sinn Ihren Zombie-Shooter innerhalb einer Kinder-Puzzle App zu werben. Es macht aber auch wenig Sinn sich an die direkten Wettbewerber zu wenden. Suchen Sie nach Apps die gleiche Zielgruppe aber mit einem anderen Produkt ansprechen.

Was man hier noch beachten muss, ist ein Modell für die Bezahlung. Meiner Meinung nach empfiehlt es sich lieber einen bestimmten Beitrag pro Download als einen pauschalen Tagespreis zu zahlen, da Sie im letzten Fall höchstwahrscheinlich über den Tisch gezogen werden(hier spricht eigene Erfahrung)

      1. In-App Marketing

Wie Baron Münchhausen sich samt Pferd am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht, so kann eine App sich samt ihren Entwickler aus der Welt der Untoten Apps retten. Wie Eric Ries in seinem Beststeller „Lean Startup“ geschrieben hat, gibt es drei Möglichkeiten ein Produkt zu vermarkten:

      • Der zähe Wachstumsmotor: Neukundengewinnungsrate minus Kundenfluktuationsrate
      • Der bezahlte Wachstumsmotor: Customer Lifetime Value minus Customer Acquisition Cost
      • Der virale Wachstumsmotor: Jeder Kunde bringt im Schnitt mehr als einen Neukunden

Der letzte Wachstumsmotor dient als eine Art In-App Marketing, d. h. Sie bieten in Ihrer App Content und Funktionen, die User dazu bewegen, Ihre App oder Content aus der App zu teilen und damit zum Werbeträger für Ihr Produkt zu werden. Natürlich ist diese Möglichkeit nicht für jede Applikation geeignet.

Was Sie beachten müssen:

      • Gibt es in der App ausreichend „Share“ Möglichkeiten?
      • Werden die Benutzer fürs Teilen entlohnt? (hier aufpassen, dass es nicht zu „spammy“ wird)
      • Sehen die geteilten Inhalte so aus, dass Sie diese auf Ihrer Pinnwand in Facebook teilen würden?
      • Sieht man Ihren Brand auf den Inhalten? Name, Logo, QR Code, Link zum App Store?
      • Und das wichtigste: gibt es überhaupt einen Netzwerkeffekt? Hat jeder Benutzer etwas davon, wenn die App mehr User bekommt?
      1. Push Benachrichtigungen

Push Benachrichtigungen sind ein sehr App-spezifisches Thema. Diese Werbetechnik ist einer der wichtigsten Vorteile im Mobile Marketing generell und im Mobile App Marketing insbesondere. Push Benachrichtigungen geben Ihnen eine gute Möglichkeit die passiven Benutzer zu reaktivieren. Sie müssen aber mit den Pushs nicht übertreiben, sonst landet Ihre App im Mülleimer.

Sehr gut werden solche Benachrichtigungen z. B. von Online Magazinen und Verlagen genutzt, bei s. g. „Eilmeldungen“. Einerseits kommt es nicht zu oft zu solchen Eilmeldungen. Andererseits stoßen solche Meldungen meistens an Interesse der Benutzer und der Anreiz die App zu starten ist groß.

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Online Marketing

      1. Performance Marketing

Hier zur Definition auf Wikipedia.

In anderen Worten: Sie registrieren sich bei einem Werbenetzwerk, z. B. Facebook Ads oder Admob, legen eine Kampagne an, definieren eine Zielgruppe, Budget, Format (CPC, CPA usw.) und fangen an für die Popularisierung Ihrer App Geld zu zahlen. Es gibt viele Tipps und Tricks, wie man die Performance Marketing Kampagne optimiert, es gibt einige gute Anbieter in diesem Bereich (an diese Stelle schöne Grüße an integr8 Team – App Marketing Pioniere in Deutschland).

Der große Vorteil von Performance Marketing ist, dass Sie ganz genau wissen wofür Sie zahlen und für eine bestimmte Summe ein bestimmtes Ergebnis erwarten können.

Im Endeffekt kann man aber alles auf eine einzige Frage reduzieren: wie viel ist Ihnen ein Benutzer wert? Können Sie im Schnitt einen Benutzer für weniger bekommen, als er Umsatz generiert? Dann können Sie hier theoretisch ohne Ende Geld investieren.

ABER: es ist sehr selten der Fall, dass ein durchschnittlicher Benutzer einer App mehr als 2-3 Euro Umsatz macht. Eigentlich ist es schon sehr gut, wenn 0.5 Euro pro User erwirtschaftet werden. Hier kann ich mCommerce und manche Spiele (insbesondere MMO Strategie Spiele) hervorheben. Für viele Apps würde sich Performance Marketing wenig lohnen. Aber lassen Sie sich nicht abschrecken, einen Test ist die Sache auf jeden Fall wert!

      1. Social Media Channels

Darüber wurde schon sehr viel geschrieben und geredet. Wenn Ihre App viral gehen sollte, dann führt kein Weg an Social Media vorbei. Über Social Media kann man Performance Marketing Kampagnen laufen lassen, die „Influencer“ erreichen, eine eigene Fan Page oder Gruppe betreuen und popularisieren, die Leute zuspammen, Allianzen schmieden (siehe Punkt 14) usw. Die Reichweite und Schlagkraft von Social Media ist nicht geringer als die von den traditionellen Medien.

      1. Promo-Artikel

Dieser Punkt aus unserer Mobile App Marketing Guideline ist eine Kombination von den Punkten 4, 9, 13 und 15. Ob App Review Website, oder eine berühmte Tech-Zeitschrift, ob regionale Tageszeitung oder ein Promo-Artikel auf einer relevanten Social-Media Seite – die Relevanz und die Reichweite sind entscheidend. Dabei ist es manchmal besser in einem mittelgroßen Blog erwähnt zu werden, als in einem großen Online-Magazin. Bei Techcrunch sind Sie schon heute Nachricht von gestern während ein kleinerer Blog länger Traffic schicken kann.

      1. Eigene Website

Eine eigene Website für die App wird von alleine nicht ausreichen, aber schaden wird sie ebenfalls nicht. Auf der Landing Page kann man die App besser beschreiben, als im App Store. Bei der Suche in den Suchmaschinen nach Ihrer App finden die Benutzer oft Ihre Website und können sich besser informieren. Sie können die E-Mail Adressen für Newsletter oder kommenden Launchs sammeln usw.

      1. List Building und Newsletter

Siehe Punkt 10, nur dass Sie die E-Mails können auch direkt in der App sammeln können, z. B. wenn die Benutzer sich in der App anmelden müssen. Sie können ab und zu an die registrierten Benutzer Newsletter schicken und damit versuchen die passiven User zu aktivieren.

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Offline Marketing

      1. PR

Genius camp auf computer BildDie Presse kann zu einem entscheidenden Faktor werden. Der kürzeste Weg zu Ruhm führt über einen guten Fernsehbericht, oder zumindest über einen Artikel in einer großen Zeitschrift. Diese App Marketing Strategie hat schon viele unbekannte Apps zu den Stars gemacht. Das beste Beispiel dazu – Lovoo App. Auch wir haben unsere App “Genius Camp” mit Hilfe von PR popularisiert.

PR an sich ist nichts Neues und ich verzichte an dieser Stelle darauf, hier zu weit ins Detail zu gehen. Generell: Es hilft wenn Sie 1. gute Verbindungen zur Presse haben, 2. die richtigen Ansprechpartner innerhalb der Redaktionen finden können (es ist relativ einfach) 3. Ihre App am Telefon gut pitchen können

      1. Guerilla Marketing

Hier gehören alle nicht-traditionelle App Marketing Methoden. Bei Guerilla Marketing spielt nicht Budget die Hauptrolle. Vielmehr geht es um Ihren Einfallsreichtum. Sei es das Veranstalten der Studenten-Partys (Tinder, lesen Sie hier mehr dazu), oder ein Spiel namens Four Square (wofür Sie nur Kreide und Gummibälle brauchen), veranstaltet direkt im Stadtzentrum durch Foursqaure– es gibt genug Showcases.

      1. Partnerschaften

Wieder mal eine Mobile App Marketing Methode, bei der das Netzwerken ins Spiel kommt. Das Prinzip ist ganz einfach, A kann etwas, was B nicht kann, B bietet etwas, was A braucht. Also entwickelt A für B eine kleine App, dafür dass B die App von A an Millionen von „Followers“ kommuniziert. Oder Peter macht für die App von Paul Promotion und bekommt dafür ein „Revshare“ (Revenue Share = Gewinnbeteiligung).

      1. Messen

Eine etwas aufwändigere Methode in unserem App Marketing Guide. Es gibt viele Vorteile beim Ausstellen eigener App auf einer Messe. Mehr dazu in einem unserer folgenden Artikel.

      1. Press Kit und Launch Material

Es ist nicht verkehrt, wenn Sie im Rahmen Ihrer Mobile App Marketing Strategie oder App Launches die notwendigen Materialien der Presse zur Verfügung stellen. Dazu gehören Icon, Screenshots, Logo, Präsentation. Sie können das Ganze im Download Bereich auf Ihrer Website platzieren. Vergessen Sie ebenfalls nicht, diese Unterlagen an die entsprechenden Redakteure im Rahmen einer PR Kampagne zuzuschicken (siehe Punkt 12).

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last but not least:

Black Hat

      1. Black Hat App Marketing Strategie

black hat marketing

Wenn schon alles andere nichts bringt, dann kommt für manche (übrigens man besagt auch viele bekannte Namen) auch Black Hat App Marketing Strategie in Frage. Wenn Sie diesen Artikel gelesen haben, dann wissen Sie worauf es bei der App Store Optimierung ankommt: Anzahl der Downloads und Reviews. Nun, diese beide Faktoren kann man „faken“. Dafür gibt es sogar eine eigene Industrie, mit einem eigenen Namen – Shuabang, deren fleißige Mitarbeiter/innen Ihnen gerne zur Verfügung stehen. Versuchen Sie es aber auf eigene Gefahr. A. Viele Akteure sind (wie immer im Black Hat Bereich) ziemlich dubios und geben keine Geld zurück Garantie. B. Wenn den App Stores Ihre Tricks auffallen, wird Ihr Developer Account einfach gesperrt.

Zusammenfassung

Wer unseren App Marketing Guide bis zu Ende gelesen hat, bekommt von mir eine Tasse Kaffee spendiert. Schreiben Sie einfach an hallo@app3null.com und schicken Sie bloß keine Projektanfragen (ein Scherz!).

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