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  • Mobile App Marketing Guide: 18 Tipps für erfolgreichen App Marketing

    Einleitung

    Jeder, der sich mit dem Thema Apps beschäftigt hat, weiß, dass die guten alten Zeiten, als die Apps „von sich alleine liefen“ längst vorbei sind. Ohne Marketing läuft heutzutage nichts mehr. Und da ich annehme, dass nicht jeder unserer Leser auf ein endloses Marketing-Budget zugreifen kann, kommt es auf einen Marketing-Mix, anders gesagt auf eine Marketing Strategie an. Ziel: Ausgaben minimieren, Reichweite maximieren.

    In diesem Artikel finden Sie 18 Methoden für die Vermarktung einer App. Warum 18? Weil mir 18 eingefallen sind. Bestimmt gibt es viel mehr, geben Sie Ihrer Fantasie freien Lauf.

    Die Methoden in dieser App Marketing Strategie habe ich formal in Mobile Marketing, Online Marketing und Offline Marketing aufgeteilt. Die Aufteilung ist ungenau und der Übergang ist flüssig.

    Die Struktur des Artikels

    Mobile Marketing

    1. ASO (App Store Optimierung)
    2. Lokalisieren
    3. Featured App
    4. App Review Blogs
    5. In-App Marketing
    6. Push Benachrichtigungen

    Online Marketing

    1. Performance Marketing
    2. Social Media Channels
    3. Promo-Artikel
    4. Eigene Website
    5. List Building und Newsletter

    Offline Marketing

    1. PR
    2. Guerilla Marketing
    3. Partnerschaften
    4. Messen
    5. Press Kit und Launch Material

    Black hat

    1. Black Hat App Marketing Strategie

    Zusammenfassung

    Mobile Marketing

    Zum Mobile Marketing gehört alles, was mit App Stores, Apps und generell App Industrie zu tun hat.

        1. ASO (App Store Optimierung)

    Das Thema ASO habe ich ausführlich hier dargestellt. Zur Wiederholung: Die meisten App Downloads kommen über die Suche im App Store zustande. Wenn Ihre App gut auffindbar ist – dann haben Sie viele Downloads. Der oben verlinkte Artikel beschreibt ausführlich die Grundlagen und Prinzipien von ASO. Dabei ist ASO bei einfachen Suchbegriffen ein Kinderspiel im Vergleich zu SEO, aber bei „großen“, umkämpften Keywords, bringt ASO alleine kaum etwas.

        1. Lokalisieren

    Das bedeutet, Sie sollten sowohl die Sprache der App an sich (Menüführung, Texte usw.), als auch die Beschreibungen im Store in verschiedene Sprachen übersetzen, damit die Benutzer aus anderen Ländern Ihre App einfach finden können. Fangen Sie mit den „größten“ Sprachen an wie Englisch, Chinesisch, Russisch, Spanisch usw. Die Lokalisierung und eine drauffolgende Optimierung der Meta Beschreibungen kann die Sichtbarkeit der App in den lokalen Stores um vielfaches verbessen.

    Was ist zu beachten:

          • Wenn die Beschreibung lokalisiert wurde, sollte auch die App übersetzt werden. Sonst mag einer oder anderer Benutzer sich über das Fehlen „seiner“ Sprache aufregen
          • Weniger ist manchmal mehr: es bringt Ihnen nichts die App in 99 Sprachen zu übersetzen, wenn Sie nur Deutschland als Ihren Markt betrachten. Vergessen Sie nicht: wenn Sie später ein Wort ändern wollen, muss es in 99 Sprachen gemacht werden!
          • Sie können die Übersetzungen selbst vornehmen, oder eine Firma beauftragen, die sich darauf spezialisiert. Ab ungefähr 0.09$ pro Wort.
          • Lokalisierung zusammen mit lokal-ASO verbessert Ihre Ergebnisse
          • Anstatt mit den „großen“ Sprachen zu starten (siehe oben) macht es manchmal Sinn mit den „kleinen“ Sprachen zu starten, da Sie es durch den deutlich geringeren Wettbewerb einfacher haben werden an die kritische Masse an Benutzer zu kommen und im nächsten Schritt die Charts der größeren Länder zu stürmen. Sean Parker würde dazu sagen:

    „It’s called the Little Bighorn, That’s smart, Mark“The Social Network

        1. Featured App

    Featured App Beispiel

    Es ist für jeden App Entwickler eine große Ehre, wenn seine App unter „Featured Apps“ im App Store auftaucht. Aber außer Ehre gibt es selbstverständlich einen reinen geschäftlichen Aspekt: es ist ein bedeutender Hebel, wenn Ihre App unter wichtigsten Kategorien, in großen Ländern als featured gelistet wird. Sie bekommen eine Menge Downloads ohne dafür auch nur einen Cent zahlen zu müssen. Die Downloads, die Sie über diesen Weg bekommen, verbessern die Rankings der App in entsprechenden Kategorien und für bestimmte Suchbegriffe, somit bekommen Sie noch mehr organische Downloads.

    Es gibt viele diverse Kategorien, wie „die besten neuen Apps“, „die besten neuen Spiele“ usw. Die Apps werden in den jeweiligen Landes-Stores gefeatured, das bedeutet, dass Ihre App vielleicht in Deutschland oder den USA nicht als Featured App eingestellt werden mag, dafür aber in Anquilla oder Antigua and Barbuda.

    Die wichtigste Frage lautet allerdings: wie werden Ihre Apps gefeatured? Was können Sie dafür machen? Nun, außer der offensichtlichen Tatsache, dass Sie ein gutes Produkt anbieten sollen, können Sie folgende Punkte beachten:

        • Es hilft wenn Sie eines der neusten Features des Betriebssystems in die App integrieren
        • Saisonbedingtes Content
        • „Schöne Verpackung“ Ihrer App, sei es E-Mail Pitch, Präsentation oder Sonstiges

    Das Wichtigste aber, was Ihnen dabei hilft Ihre App in eine Featured Kategorie zu platzieren ist (was für eine Überraschung) der direkte Kontakt zum Apple Team. Wenn Sie das Glück haben, jemanden aus dem App Store Team mit am Bord zu haben, wird Ihre Aufgabe viel einfacher.

        1. App Review Blogs

    Es gibt in der Blogosphäre einen Bereich, der sich ausschließlich der Bewertung und der Kritik von Apps widmet. Es gibt zahlreiche eigenständige Blogs, Youtube und andere Social Media Channels, die sich tagtäglich mit dem Thema Apps beschäftigen. Auch fast alle großen digitalen Zeitschriften haben eine Kolumne über die Neuigkeiten aus der App Welt. Sie finden eine lange Liste der relevanten Blogs, Zeitschriften und Websites hier: https://maniacdev.com/2012/05/ios-app-review-sites.

    Eine sehr gute Anleitung, wie und was Sie zuschicken sollten, finden Sie hier: http://www.cnet.com/get-products-reviewed/.

        1. Cross Promotion innerhalb anderer Apps

    Wie immer und überall in der Geschäftswelt ist es vom großen Nutzen sich mit anderen App Publishern auszutauschen und Deals auszuhandeln. Insbesondere hilfreich ist es, wenn Sie so genannte Cross Promotion vereinbaren. D. h. Ihr Partner macht Werbung in seiner App oder in seinem App Netzwerk und als Gegenleistung bekommt seine Werbung in Ihrer App, eine Zahlung pro Download oder für den Zeitraum, oder einfach ein „Dankeschön“.

    In diesem Kontext ist es wichtig mit den App Entwicklern aus der gleichen Branche zu sprechen. So macht es zum Beispiel wenig Sinn Ihren Zombie-Shooter innerhalb einer Kinder-Puzzle App zu werben. Es macht aber auch wenig Sinn sich an die direkten Wettbewerber zu wenden. Suchen Sie nach Apps die gleiche Zielgruppe aber mit einem anderen Produkt ansprechen.

    Was man hier noch beachten muss, ist ein Modell für die Bezahlung. Meiner Meinung nach empfiehlt es sich lieber einen bestimmten Beitrag pro Download als einen pauschalen Tagespreis zu zahlen, da Sie im letzten Fall höchstwahrscheinlich über den Tisch gezogen werden(hier spricht eigene Erfahrung)

        1. In-App Marketing

    Wie Baron Münchhausen sich samt Pferd am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht, so kann eine App sich samt ihren Entwickler aus der Welt der Untoten Apps retten. Wie Eric Ries in seinem Beststeller „Lean Startup“ geschrieben hat, gibt es drei Möglichkeiten ein Produkt zu vermarkten:

        • Der zähe Wachstumsmotor: Neukundengewinnungsrate minus Kundenfluktuationsrate
        • Der bezahlte Wachstumsmotor: Customer Lifetime Value minus Customer Acquisition Cost
        • Der virale Wachstumsmotor: Jeder Kunde bringt im Schnitt mehr als einen Neukunden

    Der letzte Wachstumsmotor dient als eine Art In-App Marketing, d. h. Sie bieten in Ihrer App Content und Funktionen, die User dazu bewegen, Ihre App oder Content aus der App zu teilen und damit zum Werbeträger für Ihr Produkt zu werden. Natürlich ist diese Möglichkeit nicht für jede Applikation geeignet.

    Was Sie beachten müssen:

        • Gibt es in der App ausreichend „Share“ Möglichkeiten?
        • Werden die Benutzer fürs Teilen entlohnt? (hier aufpassen, dass es nicht zu „spammy“ wird)
        • Sehen die geteilten Inhalte so aus, dass Sie diese auf Ihrer Pinnwand in Facebook teilen würden?
        • Sieht man Ihren Brand auf den Inhalten? Name, Logo, QR Code, Link zum App Store?
        • Und das wichtigste: gibt es überhaupt einen Netzwerkeffekt? Hat jeder Benutzer etwas davon, wenn die App mehr User bekommt?
        1. Push Benachrichtigungen

    Push Benachrichtigungen sind ein sehr App-spezifisches Thema. Diese Werbetechnik ist einer der wichtigsten Vorteile im Mobile Marketing generell und im Mobile App Marketing insbesondere. Push Benachrichtigungen geben Ihnen eine gute Möglichkeit die passiven Benutzer zu reaktivieren. Sie müssen aber mit den Pushs nicht übertreiben, sonst landet Ihre App im Mülleimer.

    Sehr gut werden solche Benachrichtigungen z. B. von Online Magazinen und Verlagen genutzt, bei s. g. „Eilmeldungen“. Einerseits kommt es nicht zu oft zu solchen Eilmeldungen. Andererseits stoßen solche Meldungen meistens an Interesse der Benutzer und der Anreiz die App zu starten ist groß.

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    Online Marketing

        1. Performance Marketing

    Hier zur Definition auf Wikipedia.

    In anderen Worten: Sie registrieren sich bei einem Werbenetzwerk, z. B. Facebook Ads oder Admob, legen eine Kampagne an, definieren eine Zielgruppe, Budget, Format (CPC, CPA usw.) und fangen an für die Popularisierung Ihrer App Geld zu zahlen. Es gibt viele Tipps und Tricks, wie man die Performance Marketing Kampagne optimiert, es gibt einige gute Anbieter in diesem Bereich (an diese Stelle schöne Grüße an integr8 Team – App Marketing Pioniere in Deutschland).

    Der große Vorteil von Performance Marketing ist, dass Sie ganz genau wissen wofür Sie zahlen und für eine bestimmte Summe ein bestimmtes Ergebnis erwarten können.

    Im Endeffekt kann man aber alles auf eine einzige Frage reduzieren: wie viel ist Ihnen ein Benutzer wert? Können Sie im Schnitt einen Benutzer für weniger bekommen, als er Umsatz generiert? Dann können Sie hier theoretisch ohne Ende Geld investieren.

    ABER: es ist sehr selten der Fall, dass ein durchschnittlicher Benutzer einer App mehr als 2-3 Euro Umsatz macht. Eigentlich ist es schon sehr gut, wenn 0.5 Euro pro User erwirtschaftet werden. Hier kann ich mCommerce und manche Spiele (insbesondere MMO Strategie Spiele) hervorheben. Für viele Apps würde sich Performance Marketing wenig lohnen. Aber lassen Sie sich nicht abschrecken, einen Test ist die Sache auf jeden Fall wert!

        1. Social Media Channels

    Darüber wurde schon sehr viel geschrieben und geredet. Wenn Ihre App viral gehen sollte, dann führt kein Weg an Social Media vorbei. Über Social Media kann man Performance Marketing Kampagnen laufen lassen, die „Influencer“ erreichen, eine eigene Fan Page oder Gruppe betreuen und popularisieren, die Leute zuspammen, Allianzen schmieden (siehe Punkt 14) usw. Die Reichweite und Schlagkraft von Social Media ist nicht geringer als die von den traditionellen Medien.

        1. Promo-Artikel

    Dieser Punkt aus unserer Mobile App Marketing Guideline ist eine Kombination von den Punkten 4, 9, 13 und 15. Ob App Review Website, oder eine berühmte Tech-Zeitschrift, ob regionale Tageszeitung oder ein Promo-Artikel auf einer relevanten Social-Media Seite – die Relevanz und die Reichweite sind entscheidend. Dabei ist es manchmal besser in einem mittelgroßen Blog erwähnt zu werden, als in einem großen Online-Magazin. Bei Techcrunch sind Sie schon heute Nachricht von gestern während ein kleinerer Blog länger Traffic schicken kann.

        1. Eigene Website

    Eine eigene Website für die App wird von alleine nicht ausreichen, aber schaden wird sie ebenfalls nicht. Auf der Landing Page kann man die App besser beschreiben, als im App Store. Bei der Suche in den Suchmaschinen nach Ihrer App finden die Benutzer oft Ihre Website und können sich besser informieren. Sie können die E-Mail Adressen für Newsletter oder kommenden Launchs sammeln usw.

        1. List Building und Newsletter

    Siehe Punkt 10, nur dass Sie die E-Mails können auch direkt in der App sammeln können, z. B. wenn die Benutzer sich in der App anmelden müssen. Sie können ab und zu an die registrierten Benutzer Newsletter schicken und damit versuchen die passiven User zu aktivieren.

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    Offline Marketing

        1. PR

    Genius camp auf computer BildDie Presse kann zu einem entscheidenden Faktor werden. Der kürzeste Weg zu Ruhm führt über einen guten Fernsehbericht, oder zumindest über einen Artikel in einer großen Zeitschrift. Diese App Marketing Strategie hat schon viele unbekannte Apps zu den Stars gemacht. Das beste Beispiel dazu – Lovoo App. Auch wir haben unsere App “Genius Camp” mit Hilfe von PR popularisiert.

    PR an sich ist nichts Neues und ich verzichte an dieser Stelle darauf, hier zu weit ins Detail zu gehen. Generell: Es hilft wenn Sie 1. gute Verbindungen zur Presse haben, 2. die richtigen Ansprechpartner innerhalb der Redaktionen finden können (es ist relativ einfach) 3. Ihre App am Telefon gut pitchen können

        1. Guerilla Marketing

    Hier gehören alle nicht-traditionelle App Marketing Methoden. Bei Guerilla Marketing spielt nicht Budget die Hauptrolle. Vielmehr geht es um Ihren Einfallsreichtum. Sei es das Veranstalten der Studenten-Partys (Tinder, lesen Sie hier mehr dazu), oder ein Spiel namens Four Square (wofür Sie nur Kreide und Gummibälle brauchen), veranstaltet direkt im Stadtzentrum durch Foursqaure– es gibt genug Showcases.

        1. Partnerschaften

    Wieder mal eine Mobile App Marketing Methode, bei der das Netzwerken ins Spiel kommt. Das Prinzip ist ganz einfach, A kann etwas, was B nicht kann, B bietet etwas, was A braucht. Also entwickelt A für B eine kleine App, dafür dass B die App von A an Millionen von „Followers“ kommuniziert. Oder Peter macht für die App von Paul Promotion und bekommt dafür ein „Revshare“ (Revenue Share = Gewinnbeteiligung).

        1. Messen

    Eine etwas aufwändigere Methode in unserem App Marketing Guide. Es gibt viele Vorteile beim Ausstellen eigener App auf einer Messe. Mehr dazu in einem unserer folgenden Artikel.

        1. Press Kit und Launch Material

    Es ist nicht verkehrt, wenn Sie im Rahmen Ihrer Mobile App Marketing Strategie oder App Launches die notwendigen Materialien der Presse zur Verfügung stellen. Dazu gehören Icon, Screenshots, Logo, Präsentation. Sie können das Ganze im Download Bereich auf Ihrer Website platzieren. Vergessen Sie ebenfalls nicht, diese Unterlagen an die entsprechenden Redakteure im Rahmen einer PR Kampagne zuzuschicken (siehe Punkt 12).

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    last but not least:

    Black Hat

        1. Black Hat App Marketing Strategie

    black hat marketing

    Wenn schon alles andere nichts bringt, dann kommt für manche (übrigens man besagt auch viele bekannte Namen) auch Black Hat App Marketing Strategie in Frage. Wenn Sie diesen Artikel gelesen haben, dann wissen Sie worauf es bei der App Store Optimierung ankommt: Anzahl der Downloads und Reviews. Nun, diese beide Faktoren kann man „faken“. Dafür gibt es sogar eine eigene Industrie, mit einem eigenen Namen – Shuabang, deren fleißige Mitarbeiter/innen Ihnen gerne zur Verfügung stehen. Versuchen Sie es aber auf eigene Gefahr. A. Viele Akteure sind (wie immer im Black Hat Bereich) ziemlich dubios und geben keine Geld zurück Garantie. B. Wenn den App Stores Ihre Tricks auffallen, wird Ihr Developer Account einfach gesperrt.

    Zusammenfassung

    Wer unseren App Marketing Guide bis zu Ende gelesen hat, bekommt von mir eine Tasse Kaffee spendiert. Schreiben Sie einfach an hallo@app3null.com und schicken Sie bloß keine Projektanfragen (ein Scherz!).

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  • Grundlagen der App Store Optimierung (ASO)

    Update: hier finden Sie unseren Mobile App Marketing Guide

    ASO ist eine „jüngere Schwester“ von SEO, die rasant an Bedeutung gewinnt. Hintergrund: Die Anzahl der Apps in den App Stores steigt blitzschnell an. Stand im Mai 2015:

    ASO

    Quelle: Statista.com

    Das bedeutet: die guten alten Zeiten, als es genug war eine neuartige App zu veröffentlichen und gleich eine hohe Anzahl an Downloads zu bekommen, sind endgültig vorbei. Die App Entwicklung und Veröffentlichung verwandelt sich von einer „Goldgräber-Branche“ zu einem traditionellen Business-Feld, in dem Marketing eine entscheidende Rolle spielt.

    Es gibt viele Möglichkeiten für App Marketing und einen ersten groben Überblick können Sie hier bekommen. Wir werden aber in der Zukunft einen ausführlichen Guide erstellen!

    Was ist ASO

    ASO (App Store Optimierung, oder App Store Optimization) , ist ein Oberbegriff für eine Reihe von Maßnahmen, die darauf abzielen, die Positionierung, sogenanntes „Ranking“, der Applikationen in den entsprechenden App Stores zu verbessern und dadurch die App auffindbarer zu machen, sowie die Anzahl der organischen Downloads zu steigern.

    Warum ASO

    Ungefähr die Hälfte der Downloads kommen nach der Suche in den App Stores zustande. Die Daten, die letztes Jahr auf Techcrunch veröffentlicht wurden, zeigen ganz klar wie wichtig die organischen Downloads für die Apps sind:

    App Store Optimierung

    app marketing

    Quelle: Techcrunch

    Somit wäre die Suche in den App Stores deutlich wichtiger als eine Veröffentlichung der App in Top Charts oder unter „featured“ Apps im App Store.

    Fazit: ASO, also App Store Optimierung, ist eine Grundlage jeder App Marketing Kampagne!

    Welche Faktoren werden bei dem Ranking der Apps im App Store berücksichtigt?

    Als erstes darf mannicht vergessen, dass wir über zwei verschiedene App Stores sprechen, einmal Google Play und einmal iTunes. Es gibt einige wichtige Unterschiede zwischen den beiden Stores, selbst wenn die Grundlagen relativ gleich sind.

    App Store Optimierung (ASO): Faktoren im Überblick

    On-Faktoren (App Beschreibung)

    1. Name der App
    2. Beschreibung
    3. Suchbegriffe (nur in iTunes)
    4. Icon
    5. Screenshots

    Off-Faktoren

    1. Anzahl der Downloads im App Store
    2. „Momentum“, d. h. positive/negative Veränderung der Anzahl der Downloads innerhalb eines bestimmten Zeitraums
    3. Durchschnittliches Rating und Anzahl der Ratings
    4. Downloads vs. Deinstallationen
    5. App Nutzung (wie oft und wie lange die App von Benutzern verwendet wird)
    6. Zeit-Faktor (neue Apps ranken besser)

    Einige von diesen Faktoren können von Ihnen beeinflusst werden, insbesondere die On-Faktoren, andere dagegen sind kaum oder nur sehr schwer beeinflussbar.

    On-Faktoren in App Store Optimierung (ASO)

    Name der App

    Wahrscheinlich einer der wichtigsten Faktoren der ASO. Der Name signalisiert den App Stores, was die App macht und welche Suchbegriffe für die App relevant sind. Zum Beispiel:

    runtastik

    resultiert in:

    aso 2

    Also: unter anderen Faktoren ist der Name von Runtastic App einer der Gründe, warum Runtastic für den Suchbegriff „Joggen“ auf Platz 1-2 beheimatet ist.

    Beschreibung

    Die Beschreibung dient einerseits der besseren „Aufklärung“ des Besuchers darüber, was die App an sich macht, andererseits wird über die Beschreibung ebenfalls gleichzeitig der Suchalgorithmus von den App Stores „angesprochen“ und die relevanten Keywords werden explizit signalisiert. Bleiben wir bei „Runtastic“: wenn Sie die Beschreibung der App lesen, werden Sie sehen, dass die gleichen Suchbegriffe, die Sie im Namen gesehen haben, „sicherheitshalber“ auch in der Beschreibung wiederholt werden (selbstverständlich für die armen Nutzer, die immer noch nicht verstanden haben wann Runtastic einzusetzen ist 🙂 ).

    Feld für die Suchbegriffe

    iTunes (wohl gemerkt nicht Google Play) gibt Ihnen zusätzlich explizit die Möglichkeit, die relevanten Suchbegriffe einzeln aufzulisten. Wichtig: Sie haben 100 Zeichen, inkl. Kommas, Leerzeichen usw. Verwenden Sie diese 100 Zeichen möglichst effizient. Verzichten Sie auf Leerzeichen und benutzen Sie nur Kommas. Hier müssen Sie auch nicht unbedingt die Keywords aufschreiben, die im Namen schon erwähnt wurden, sondern können andere Suchbegriffe auswählen.

    Icon

    Icon signalisiert den Benutzern Ihren Brand, hebt Ihre App von den anderen Apps ab, lenkt die Aufmerksamkeit auf sich. Versuchen Sie das Icon im Einklang mit dem Namen zu bringen (siehe wiederum Runtastic).

    Screenshots

    Auch wenn die Screenshots eher Teil des allgemeinen Marketings als von ASO darstellen, sind sie trotzdem wichtig für Ihre App bzw. für die Downloads. Viele machen hier einen Denkfehler und stellen den tatsächlichen Screenshot rein. Dabei können „Screenshots“ als Werbebanner genutzt werden, d. h. Sie können den potentiellen Usern Ihrer App schrittweise erklären, wie die App funktioniert. Sehr hilfreich ist in diesem Kontext ebenfalls ein Erklärungsvideo.

    Wie Sie sehen gibt es eine beschränkte Anzahl an Werkzeugen, die Ihnen zur Verfügung stehen, damit Sie an App Store und an die Benutzer den Inhalt und Ausrichtung Ihrer App weitergeben. Das ist der erste Schritt in der App Store Optimierung. Wenn alles richtig gemacht wird (unter der Annahme, dass Ihre Nische nicht viel zu stark umkämpft ist), können Sie nur anhand dieser Maßnahmen eine stabile, wenn auch nicht zu hohe Anzahl der Downloads erreichen.

    Wenn Sie aber höhere Erfolge mit Ihrer App erzielen möchten, sollten Sie auch die Off-Faktoren der App Store Optimierung (ASO) berücksichtigen.

    Anzahl der Downloads

    Diese Metrik ist einer der wichtigsten Einflussfaktoren, was die Rankings in den App Stores angeht. Bei Google Play spielt dieser Punkt eine geringere Rolle, bei Apple dagegen eine weitaus größere. Generell sind die Ranking-Faktoren in iTunes linearer und einfacher zu beeinflussen als in Google Play, da Google eine längere Tradition in der Entwicklung der Suchalgorithmen besitzt.

    Wichtiger als eine absolute Anzahl der Downloads, ist das Verhältnis der Downloads zum Zeitraum, d. h. Momentum der App. Man kann die Anzahl der Downloads relativ einfach (wenn auch nicht immer günstig) beeinflussen, z. B. über Performance Marketing Kampagnen, Presse-Berichte oder schlicht und einfach durch Zukauf von Downloads.

    Durchschnittliches Rating

    Selbstverständlich werden die Apps mit besseren Ratings besser platziert, wobei die Anzahl der Bewertungen an sich sogar wichtiger ist, als deren „Qualität“. Die Anzahl der Ratings können über verschiedene Wege beeinflusst werden. So können z. B. Benutzer dazu motiviert werden, die Reviews abzugeben. Sie können Ihre Freunde und Bekannte darum bitten. Ebenfalls gibt es viele Möglichkeiten die Ratings zu kaufen.

    App Nutzung

    Diese Metrik ist besonders für Google Play relevant. Dazu gehört z. B. das Verhältnis der Installationen vs. Deinstallationen, die durchschnittliche Zeit der Nutzung und ähnliches. Diese Merkmale sagen viel über die Qualität der App aus und werden insbesondere von Google als einige der Ranking-Faktoren gewertet.

    Zeit-Faktor

    Die neuen Apps ranken in Stores meistens besser. Nicht selten werden die meisten Umsätze in der ersten Woche nach dem Release gemacht. Ein typisches Beispiel eines Einkommen-Berichts:

    app store optimization

    Quelle: http://jaredsinclair.com

    Hier noch ein Beispiel, welches die Anzahl der Downloads nach der Veröffentlichung zeigt:

    ASO 3

    Selbstverständlich gibt es weitere ASO Faktoren, die ebenfalls eine Auswirkung auf das Ranking haben, die tatsächlichen Suchalgorithmen von App Stores sind aber nicht bekannt. Somit müssen wir uns erst mal auf diese Faktoren beschränken.

    Was das Ganze für Sie bedeutet

    1. App Store Optimierung (ASO) ist eine Grundlage für jede Marketing Kampagne und ein Muss für jede App.
    2. Sie können versuchen die entsprechenden Maßnahmen selbst umzusetzen oder eine Agentur beauftragen, jemand muss es aber machen!
    3. Einige Faktoren können beeinflusst werden, einige eher schwierig. Unter Umständen brauchen Sie ein solides Budget um für besonders umkämpfte Keywords gut zu ranken.
    4. Es gibt viele Tools, mit deren Hilfe Sie die Erfolge überprüfen können. Generell ist es trotzdem ratsam, sowohl die ASO als auch die Analytics-Maßnahmen den Profis zu überlassen!

    Hoffentlich konnte dieser Artikel Ihnen einen ersten Überblick über App Store Optimierung verschaffen. Bei Fragen, Anfragen und Danksagungen können Sie uns eine Nachricht auf diese E-Mail Adresse schicken: hallo@app3null.com.

  • Apps monetarisieren – Mit Apps Geld verdienen

    Einleitung

    In diesem Artikel besprechen wir NICHT die Apps, mit deren Hilfe man kleines Geld verdienen kann (wer danach sucht, findet einige interessante Apps hier), sondern wie man als App Publisher mobile Apps monetarisieren kann.

    Die Struktur des Artikels:

    Erfolgsgeschichten

    Die Situation auf dem Markt

    Monetarisierung von Apps

    Mobile Geschäftsmodelle

    Fazit

    Traum…

    Zunächst einige Erfolgsgeschichten zur Inspiration:

    • „Yo“ – „It’s that simple“, oder eine Geschichte, wie man mit einer dummen Idee Investitionen in Höhe von 1.5 Mio. erzielt und danach die App sogar nützlich macht.
    • iShoot: Ethan Nicholas brauchte Geld, um medizinische Rechnungen zu begleichen. Er hat ein wenig die Programmiersprache C gelernt und angefangen iPhone Apps zu schreiben. Ergebnis: Die App iShoot bringt innerhalb der ersten 7 Monaten eine Million Dollar ein.
    • „Tap Tap Revenge“, entwickelt von Bart Decrem. Die App hat ihrem Entwickler innerhalb von 3 Monaten 100.000 $ eingebracht.
    • Jeder kennt Apps wie beispielsweise WhatsApp, Snapchat, Tinder usw. Die Gründer dieser App-Startups sind alle zu Milliardären geworden.

    Diese Liste könnte noch lange fortgesetzt werden. Es gibt Tausende von Firmen und Einzelentwicklern, die während des mobilen Gold-Rausches ein Vermögen verdient haben. Und viele weitere werden noch folgen – vielleicht ja auch Sie…

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    …und Realität

    … Aber zurück zur Realität. Die zwei bedeutendsten App Stores (von Apple und von Google) bieten heute jeweils mehr als 1,3 Millionen Apps an. Sie finden höchstwahrscheinlich irgendeine App zu jeder Idee, die Ihnen spontan einfällt. Bei den meisten Apps handelt es sich um sogenannte Zombies: sie bekommen weder Downloads, noch Rezensionen, noch bringen sie den Entwicklern Geld.

    Der Goldrausch hat einige viele Laien angelockt, die 1. keine eigene interessante Idee haben, 2. nicht das technische Knowhow oder die benötigte Erfahrung besitzen, 3. nicht genug Budget haben, um gute Entwickler und „Growth Hacker“ zu bezahlen, und 4. selbst kein Marketing betreiben können. Als Ergebnis findet man im App Store jede Menge nutzloser Apps .

    Aber sogar Apps, die bei den Usern gut angekommen sind, haben nicht das Geld eingebracht, mit dem die Entwickler gerechnet haben. Hier können Sie detaillierte Zahlen zu einer solchen Geschichte finden.

    Die Stimmung unter Entwicklern schwankt zwischen Euphorie und düsterer Antizipation, dass „die alten Tage vorbei sind“. Aber ist es wirklich so? Lohnt es sich überhaupt noch in die App Entwicklung einzusteigen? Die Antwort ist „ja“.

    Und zwar lohnt sich die Entwicklung von Apps aus folgenden Gründen auch heute noch:

    • Sogar wenn es heutzutage deutlich mehr Apps gibt, als vor einigen Jahren, ist die Anzahl noch immer bedeutend kleiner als die Anzahl an Websites zur gleichen Thematik. Suchen Sie z. B. nach „Kleidung kaufen“ im App Store und bei Google. Im App Store finden Sie dazu aktuell (02.04.15) 10 Ergebnisse (im Google Store mehr, da der Suchalgorithmus anders funktioniert), bei Google.de sind es 13.500.000 direkte und verwandte Suchergebnisse.
    • Die Suchalgorithmen der App Stores sind noch nicht ausgereift und lassen sich relativ einfach beeinflussen, was sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringt. Man kann diese Tatsache aber für sich nutzen. Alles in allem ist es viel einfacher mit ASO (App Store Optimization) eine gute Position zu erreichen, als mit SEO (Search Engine Optimization) im Web.
    • Das stärkere Wachstum von Mobile Traffic vs. Web Traffic wird auch in den kommenden Jahren anhalten.
    • Trotz großer Konkurrenz auf dem Markt, gibt es noch viele Nischen, die deutlich weniger umkämpft sind, als die „Star-Nischen“ wie z. B. mobile Gaming.
    • Neue mobile Technologien bieten immer wieder neue Chancen, sich zu behaupten.
    • Man kann heutzutage sehr einfach Apps monetarisieren, so viele Möglichkeiten dafür gab es noch nie!

    Alles in allem lohnt es sich in die App Entwicklung einzusteigen, wenn man:

    • Versteht, dass „die alten Tage vorbei sind“, und man bereit ist, für die App auch mal ein wenig Marketing zu betreiben, anstatt zu warten, dass alles von alleine läuft.
    • Neben den reinen Entwicklungskosten, die Marketing- und Weiterentwicklungskosten stemmen kann. Übrigens, in unserem Guide können Sie mehr über das App Marketing erfahren!
    • Sich für eine bestimmte, unterbewertete Nische entscheidet, anstatt das nächste Facebook, Tinder und Co. entwickeln zu wollen.
    • Fachliches oder technologisches Knowhow besitzt, das von anderen nicht einfach nachgeahmt werden kann.

    Fazit: Das Mobile Business wird reifer und untersteht gleichen Gesetzmäßigkeiten wie die anderen, traditionellen Geschäfte. Aber Wachstum und Potential sind immens – und somit auch die Möglichkeiten mit Apps Geld zu verdienen!

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    Möglichkeiten für die Monetarisierung der Apps

    Sie haben sich also entschieden, dass Sie doch zu einem Appreneur werden wollen. Aber wie verdient man mit Apps eigentlich Geld? Es gibt mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten eigene Apps zu monetarisieren. Wir zeigen Ihnen nur einige der wichtigsten Modelle dafür.

    Kostenpflichtige Apps

    Mit Apps Geld verdienen

    Das „selbstverständliche“ Geschäftsmodell, das leider in letzter Zeit nicht mehr so selbstverständlich ist. Die Idee ist ganz einfach: der Download einer App kostet etwas, z. B. 1 oder 2 Euro.

    Vorteile:

    • Sie verdienen pro Download eine feste Summe ( -30% für die Stores)

    Nachteile:

    • Ihre App bekommt deutlich weniger Downloads als die kostenlosen Apps.
    • Dadurch kann man nur schwer eine schnelle Popularisierung und große Downloadzahlen erreichen.
    • Der meiste Umsatz wird in der Release-Woche gemacht, danach sinken die Umsätze deutlich.

    Geeignet hauptsächlich bei Apps mit einem eindeutigen Nutzen für die Benutzer, insbesondere für Fachleute, Geschäftsleute usw., die gleichzeitig wenig Konkurrenz aufweisen.

    Werbenetzwerke

    Admob, iAD usw. Vom Aufbau her ähnlich wie Adsense. Sie zeigen also den Besuchern Ihrer App Banner in verschiedener Form, die User klicken darauf und werden zu einer anderen App oder Website weitergeleitet. Sie bekommen Geld für jeden Klick gutgeschrieben. Zu dieser Kategorie kann man auch diverse Mobile Affiliate Netzwerke zählen. Sie melden sich dort als Publisher an und stellen Ihre App für die Veröffentlichung der Werbung zur Verfügung.

    Vorteile:

    • Sie zahlen keine 30% an die jeweiligen Stores.
    • Funktioniert gut bei kostenlosen Apps, so geben Sie den Usern eine Möglichkeit, die gesamte App kostenlos zu nutzen. Bei Traffic-intensiveren Apps kann man auch mit Werbung gut verdienen.

    Nachteile:

    • Viele Besucher empfinden die Werbung als einen Störfaktor.
    • Oft ein zu geringes CPC, in vielen Fällen verdienen Sie gerade mal 1-2 Cent pro Klick. Insbesondere wenn die Klicks aus dem Ausland kommen.

    Um die Anzahl der Impressionen und die Click-Through-Rate zu erhöhen, müssen Sie die Menge an Werbeanzeigen in der App stark erhöhen. Das senkt selbstverständlich die Zufriedenheit mit Ihrem Produkt.

    In-App-Käufe

    Apps monetarisieren

    Sie verkaufen in der App ein immaterielles Gut

    Vorteile

    • Keine nervige Werbung
    • Auf Basis von IAP kann man ein regelrechtes Geschäftsmodell entwickeln, bei dem die Benutzer immer wieder (ganz wichtig – immer wieder, anstatt einmalig) In-App Güter kaufen müssen/können. Bei Candy Crash beispielsweise müssen Sie immer neue Levels freischalten.

    Nachteile

    • Apple und Google kassieren 30% aller Verkaufseinnahmen!
    • Sehr oft werden Modelle mit IAP (In-App Purchases) missbraucht und die Benutzererfahrung leidet sehr darunter.
    • Geiz: viele User sind nicht bereit auch nur einen Euro für IAP auszugeben. Es ist immer nur ein kleiner Anteil der Benutzer bereit, die In-App-Käufe zu tätigen.

    Ähnlich wie IAP funktioniert das sogenannte Paywall Modell. Dies ist nichts anderes als ein Abonnement, bei dem die Benutzer in gewissen Abständen Geld zahlen um den Content der App nutzen zu können. Ein Beispiel dazu wäre die App Umano.

    Verkauf von materiellen Gütern und Leistungen

    Die App von Zalando beispielsweise ist nichts anderes als eine Mobile Commerce App, mit der Sie die Kleidung genauso kaufen können wie auf der Website.

    Vorteile

    • Ermöglicht es dem offline oder Web-pure Business auch auf dem mobilen Markt tätig zu werden.
    • Gibt die Möglichkeit ein Geschäftsmodell ohne Beschränkungen durch IAP, Pricing Tiers, „Store-Steuer“ und sonstiges aufzubauen.

    Nachteile

    • Notwendigkeit einer App nicht immer gegeben. Das typische Dilemma: mobile Website vs. Mobile App.
    • Ohne Internet kaum nutzbar.

    Offline Aufwand, das Modell läuft nicht von alleine (wie die Werbung oder IAP), man muss eine offline Logistik aufbauen.

    Affiliate Marketing

    Genauso wie im Web Bereich, kann man mit Affiliate Marketing ebenfalls Apps monetarisieren. Sie melden sich bei einem der Affiliate-Netzwerke an (oder bei vielen), registrieren sich für diverse Affiliate Programme und listen die Produkte in der App auf. Die User klicken auf die Produkte und werden zu den Shops von Drittanbietern weitergeleitet. Kaufen die Benutzer etwas in diesen Shops, so bekommen Sie Ihre Provision. Beispiele für solche Apps: MyBestBrand, Drezzoo

    Vorteile

    • Keine Werbung, kein IAP notwendig, alle Funktionen stehen den Usern frei zur Verfügung, ohne dass sie sich dabei durch die Werbung belästigt fühlen.
    • Klares, skalierbares Geschäftsmodell und (sehr wichtig!) viele User tendieren dazu immer wieder etwas zu bestellen

    Nachteile

    • Von Advertisern abhängig, typische Probleme die beim Affiliate Marketing auftauchen.
    • Eigener Content nur beschränkt, hauptsächlich bieten Sie den Content von Drittanbietern an.

    Mühsam, sich bei vielen Anbietern zu registrieren und die Produktlisten zu pflegen.

    Benutzerdefinierte Werbebanner und Drittinhalte

    App Werbung

    Eine weitere Möglichkeit um eine App zu monetarisieren. Hier integrieren Sie als Publisher/Entwickler der App die Inhalte oder Werbebanner von anderen Anbietern und kassieren das Geld direkt von den Advertisern. Als Anbieter einer Diät-App beispielsweise, veröffentlichen Sie die News, Promos, Banner oder den Content einer „Healthy Food“ Kette. Beispiel: Nutrino

    Vorteile

    • Sie als Publisher wählen selbst, welche Werbung Sie veröffentlichen und in welchem Format. So können Sie das optimale Format und den perfekten Content für Ihre App bzw. Nutzer auswählen.
    • Die Nutzer verstehen oft überhaupt nicht, dass es sich dabei um Werbung handelt.
    • Sie können die Preise direkt mit den Advertisern verhandeln und müssen das Einkommen mit niemandem teilen (insbesondere nicht mit den App Stores).

    Nachteile

    • Diese Werbeform steht Ihnen erst dann zur Verfügung, wenn Sie eine bestimmte Nutzeranzahl und Popularität erlangt haben.
    • Suche nach den Partnern und Verhandlungen sind mit Aufwand verbunden, ebenfalls die Veröffentlichung der benutzerdefinierten Werbung. Bei AdMob dagegen läuft der ganze Prozess nach der Integration vollautomatisch ab.

    Das sind die wichtigsten Möglichkeiten eine App zu monetarisieren und damit Geld zu verdienen. Aber mit welchen Strategien können Sie dieses Wissen auch praktisch anwenden?

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    Drei Beispiel-Strategien und Mobile Geschäftsmodelle

    App Reskinning

    Eine Plage für die App Stores, aber gleichzeitig eine gute Möglichkeit schnell eine ganze Flotte an Apps aufzubauen und einen konstanten Geldfluß zu sichern.

    App Reskinning bedeutet nichts anderes, als eine vorhandene App (Ihre oder ein fremde App, deren Quellcode Sie gekauft haben) immer wieder unter verschiedenen Namen und mit marginalen Anpassungen zu veröffentlichen. Sie haben sich wahrscheinlich oft gewundert, woher die ganzen „Flappy“ Apps kommen. Das ist eines der besten Beispiele für das App Reskinning. Jemand hat eine App entwickelt, die gut lief. Jemand hat diese Idee kopiert. Anschließend hat ein anderer Entwickler den Quellcode einer ähnlichen App zum Verkauf veröffentlicht und als Ergebnis davon stehen heute dutzende von Flappy-Anwendungen zum Download bereit.

    Vorteile

    • Eine Möglichkeit schnell, einfach und günstig zur eigenen App zu kommen.
    • Es ist möglich, relativ schnell eine große Menge an eigenen Apps aufzubauen und dadurch das breite Publikum zu erreichen.
    • Jede App wird Cash generieren und als Ergebnis kommt man zu einem stabilen monatlichen Einkommen.
    • Man kann die Flotte verkaufen!

    Nachteile

    • Wenig innovativ: Man erzeugt keine neuen Apps, sondern kopiert die vorhandenen.
    • Nur selten kommt man an eine „Killer-App“, die richtig gut läuft. Vielmehr bekommt man als Ergebnis viele minderwertige Apps, die man der Welt auch ruhig ersparen könnte.
    • Nach den ersten Tagen, in denen die App am häufigsten heruntergeladen wird und 90% des Umsatzes generiert werden, nehmen die Downloads und Aktivitäten stark ab und die App landet in der Horde der Zombie-Apps.
    • Keine App an sich ist ein nachhaltiges Geschäftsmodell, jede App ist nur ein kleiner Bestandteil des Reskinning-Konzepts
    • Ein neues WhatsApp oder Tinder ist nicht drin….

    Mehr über Reskinning erfahren Sie hier und hier.

    Für ein laufendes Geschäft einen mobilen Kanal eröffnen

    Mobile ist für Web das was Web für Offline in den 90er Jahren war: wer nicht dabei sein wollte hat verloren! Genauso MUSS jeder eCommerce Betreiber sich überlegen, wie er mit dem mobilen Trend umgeht. Viele führende eCommerce Unternehmen haben schon eine eigene mobile Strategie entwickelt, viele sind gerade dabei, einige hinken hinterher und sparen Geld an der falschen Stelle (mehr zu den Kosten der App Entwicklung und hier unser App Kosten Rechner).

    Diese Strategie ist selbstverständlich nur für diejenigen relevant, die schon ein existierendes off- oder online Geschäft haben. Für diese Personen oder Firmen steht eine neue großartige Möglichkeit offen, neue Märkte zu erschließen und neue Kundenkreise zu erreichen.

    Der Königsweg

    Das ganz große Geld liegt aber woanders: Tinder, Snapchat, Instagram, WhatsApp… Alle diese Apps haben einige Gemeinsamkeiten:

    • Alle sind schwer VC finanziert.
    • Die Apps sind wachstumsorientiert, d. h. investieren großes Geld in das Wachstum und laufen lange ohne Umsätze – und dadurch selbstverständlich auch ohne Gewinn. Sie konzentrieren sich auf eine möglichst große Verbreitung.
    • Die Hauptwährung bei solchen Apps ist die Anzahl der Nutzer, die Nutzerinteraktion und die Viralität.
    • Netzwerkeffekte spielen eine große Rolle!
    • Sehr oft haben die Betreiber kein klares Geschäftsmodell und fangen mit den Gedanken über die Monetarisierung der Apps erst an, wenn eine bestimmte (in meisten Fällen – globale) Verbreitung bereits erreicht wurde.

    Wie Sie solche Apps entwickeln und wie Sie zu VC Geldern kommen, ist eine andere Geschichte und wird den Rahmen dieses Artikels sprengen. Aber gerne verweise ich Sie auf einige inspirierende Artikel: zu WhatsApp, ein interessanter Blog über mobile Strategien und eine hilfreiche Lektüre (Disclaimer: es handelt sich NICHT um Affiliate Links!)

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    Fazit

    Trotz einer gewissen „App-Müdigkeit“ bei den Verbrauchern, ist das Mobile Development und Mobile Marketing nach wie vor ein rasant wachsender Markt. Die erste Euphorie mag zwar vorbei sein, aber die neuen Facebooks, WhatsApps und Snapchats stehen bestimmt schon in den Startlöchern! Durch eine kluge Strategie und die Wahl einer passenden Monetarisierungsform können Sie mit den mobilen Apps auch in den kommenden Jahren noch ordentlich Geld verdienen.

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  • Warum Responsive Design?

    Vor kurzem habe ich stichprobenartig geprüft, wie viele von populären deutschen Online-Shops responsive Design haben. Das Ergebnis war viel schlechter als erwartet: unter 30% aller Online-Shops waren responsive. Und wir reden über Shops mit guten Traffic zahlen!

    Um nochmal klar zu zeigen, wie groß die Bedeutung der mobilen Strategie ist, habe ich diese Infografik verfasst.

    Datenquellen:

    Ecommerce Quarterly EQ2 2013, monetate.com/resources

    http://services.google.com/fh/files/misc/omp-2013-de-local.pdf

     

  • Mobile Strategie – Erfolgsgeschichten: mehr Leads, niedrigere Kosten, mehr Interaktion und mehr Kunden

    Es ist gar keine Frage – eine mobile Strategie ist wichtig für jedes Unternehmen. Es gibt trotzdem einige Skeptiker, die die mobile Branche und die ganze Diskussion für überbewertet und „overhyped“ halten.
    Um diese Skeptiker zu überzeugen habe ich eine Liste der Case Studies zusammengestellt. Diese Beispiele zeigen, wie erfolgreich die mobile Strategie für Ihr Unternehmen sein kann – vorausgesetzt, es ist gut durchgeplant.

    Case Study 1: dubizzle.com

    Es handelt sich um eine der größten Websites für die Anzeigen im Nahen Osten. Die Firma entstand in Dubai und hat sich schnell in die Nachbarländer expandiert. Zurzeit ist die Website in 11 Ländern aktiv und beschäftigt 100 Mitarbeiter. Traffic: sechs Millionen eindeutige Besucher pro Monat!
    23% aller User besuchen die Website über Smartphones. Es war natürlich für das Unternehmen ein großes Problem, keine mobilgerättaugliche Website zu haben.
    Laut Nadia Zehni – Search Marketing Manager: “The way people search for things is changing, and mobile is playing an increasing role. We find that people searching on mobile phones and tablets tend to be more serious buyers with specific requirements in mind, as opposed to users who just browse on a desktop.”
    Die Firma hat Ihre Website responsive gemacht. Ergebnisse (mobile Besucher vs. Desktop Besucher):
    1. Im Schnitt pro Besuch um drei Seiten mehr aufgerufen
    2. Durchschnittlicher Besuch dauert länger um zwei Minuten
    3. Anstieg der wiederholten Besucher um 7%
    Jeder der sich ein bisschen mit Websites und Internet Marketing beschäftigt hat, weiß sehr gut, wie schwer diese Ergebnisse zu erreichen sind! Gar nicht zu sprechend über Anstieg von Usability: man kann die Anzeigen von Unterwegs einstellen, mit Handy die Fotos von Gegenständen machen und diese direkt auf die Website laden usw.
    Zusätzlich dazu hat die Firma Google Mobile Ads genutzt. Ergebnis: Click-Through-Rate ist um 14% gestiegen.
    (hier geht’s zur Case Study)

    Case Study 2: SAIB (The Saudi Investment Bank)

    Um zu verstehen was SAIB macht du wer die Kunden dieser Bank sind, muss man die Geschichte der Bank kennen. Kurz zusammengefasst: es war eine Investment Bank die seit 2005 ihren Fokus Richtung Commercial Banking verschoben hat. Der typische Kunde von SAIB ist eine Person zwischen 25-40 Jahren, mit einem guten Einkommen. Die Produktpalette besteht hauptsächlich aus Gehaltskonten und Verbraucherkrediten.
    Da die Kunden von SAIB sehr hohe Affinität gegenüber Mobilgeräten haben musste die Bank eine mobile Strategie entwickeln. Samer Al Rayyan (Assistant General Manager Personal Banking):
    “Mobiles have become an extension of people’s personalities. If you’re not in the mobile space, you’re not reaching out to your customers.”
    Diese Strategie bestand aus drei Teilen: Traffic über mobile Werbung (Google AdWords) und mobile Suche, Umgestaltung der Website auf responsive und Erweiterung durch diverse mobilen Tools (Filialenfinder usw.) und eine Mobile Banking App.
    Die Ergebnisse:
    • Anzahl der Conversions über Smartphones gegenüber Desktops sind um 67 höher
    • Cost per Lead über Mobilegeräte ist um 50% niedriger als über Desktop und um 90% niedriger als über andere online Werbungs-Methoden!
    (Hier zu Case Study)

    Case Study 3: Plusnet

    Heutzutage besitzen immer noch überraschend viele Online-Shops und auf den Endkunden ausgerichtete sonstige Portale keine mobilgerättaugliche Website. Dabei gehört es solche Website mehr zu Grundausstattung als zu optionalen Features. Die Geschichte von Plusnet (Breitband und Telefon Dienstleistungen) zeigt, wie effektiv die mobile Strategie sein kann.
    Plusnet hat erkannt, dass viele Kunden die Bestellungen über Smartphones machen würden, wenn die Website auf Mobilgeräten nicht so unübersichtlich wäre. Aus diesem Grund hat die Firma eigene Website überarbeitet, so dass diese auf verschiedenen Geräten und Auslösungen richtig angezeigt wird. Außerdem wurde die Website insgesamt überarbeitet, die überflüssigen Inhalte gekürzt, wichtige Inhalt weiter oben platziert, Anmeldeprozess einfacher gemacht. Gleichzeitig wurde mobile Werbung geschaltet.
    Ergebnis:
    • Auf der neuen Website ist die Conversion-Rate höher auf Smartphones und Tablets als auf der früheren Website insgesamt (inklusive Desktop)
    • Auf Smartphones ist die durchschnittliche Conversion-Zeit um 40% gesunken
    • Durchschnittlicher Dauer des Besuchs und Anzahl der besuchten Seiten ist gestiegen
    • Und das Wichtigste: die Online Verkäufe über Tablets und Smartphones im ersten Jahr wurden verzehnfacht!

    (Hier zu Case Study)

    Case Study 4: L’Oreal Redken goes Mobile

    Die oben beschriebenen Case Studies konzentrieren sich auf die einfachsten Beispiele, meistens auf Umstellung der Website auf responsive und Nutzung von mobiler Werbung. Anders sieht es im Fall von einer der Brands von L’Oreal – Redken. Redken hat eine multi Channel mobile Strategie betrieben. Statt nur die Website mobilgerättauglich zu machen, hat die Firma zusätzliche Apps entwickelt, die auf bestimmte Kundengruppen ausgerichtet sind: professionelle Frisören und Studenten der Kosmetologie.
    Nach der genauen Analyse der Kundengruppen hat die Firma festgestellt, dass 66% aller Stylisten und Frisören Smartphones nutzen (stand 2012), im Vergleich zu 50% in der Gesamtbevölkerung. Für diese Kundengruppe hat Redken eine spezielle App Entwickelt, die den Stylisten helfen, die Produkte der Firma besser zu verstehen, die Farben und Formeln für die Besucher der Salons besser zu wählen usw. Aktuell wird die App im Schnitt pro Aufruf stolze 27 Minuten lang benutzt und achtmal pro Monat aufgerufen.
    Für eine andere Zielgruppe und zwar für die Studenten von Redken Exchange Academy wurde eine Tablet Applikation geschrieben, ein Tool was den Ausbildung, Sales und Marketing Zwecken dient. Die App wird beim Start der Veranstaltungssaison von Studenten heruntergeladen. Mit Hilfe einer einzelnen App wurde das Geld für diverse Lernbücher und Lernmaterial gespart.
    Für die Endkonsumenten hat Redken die klassische Stratege angewendet: eine mobile Website (nicht mit responsive Website zu verwechseln). Die neue mobile Website erweitert um ein paar Features hat bewirkt, dass mobiles Traffic auf „Salon Locator“ von 3% auf 10% angestiegen ist. Nach der Schaltung von Google Mobile Apps ist dieser Prozent sogar auf 23% angestiegen.
    (hier zu Case Study)

    Die gezeigten Beispiele zeigen, wie durch geschickte mobile Strategie positive Ergebnisse für Ihr Unternehmen erreicht werden können. Auf dieser Stelle müssen Sie sich überlegen:

    1. Wie viele Prozent Ihrer Website-Besucher kommen über Smartphones?
    2. Ist Ihre Website schon responsive?
    3. Wer sind Ihre Kunden? Wie hoch ist ihre Affinität den Smartphones gegenüber?
    4. Bekommen Sie IRGENDWELCHE Leads über Mobilgeräte?
    5. Reicht Ihnen nur eine mobile bzw. responsive Website, oder können Sie verschiedene Kundengruppen über verschiedene Apps erreichen?

  • Wie kann man mit Hilfe von Business Apps Umsatz steigern

    Einführung

    Es ist eine Tatsache – die Nutzung von Mobilgeräten und mobilen Apps ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Darüber wurde bereits sehr viel geschrieben und diskutiert, deswegen werde ich hier dem Leser die Statistik ersparen. Wir sind uns auch einig – es handelt sich nicht um etwas Temporäres und Umkehrbares – die Mobilgeräte als einige der wichtigsten Medien für Internet User, digitale Kommerz und Entertainment sind da und werden da bleiben.
    Was bedeutet das aber für Ihr Geschäft? Gibt es Ihrerseits Handlungsbedarf? Wie können große und kleine Unternehmen diesen Trend effektiv für die Vermarktung ihrer Produkte und Leistungen nutzen?
    Mobile Business Strategien stecken noch in den Kinderschuhen. Aber das exponentielle Wachstum der Industrie und deren atemberaubende Innovationskraft lassen vermuten, dass wir uns kurz vor einem wichtigen Durchbruch befinden, wo die mobile Marketing- und Vertriebsmethoden viel mehr vielfältig, komplex und raffiniert sein werden.

    Inspiration

    Mandarin Oriental
    Diese Hotelkette hat Ende des Jahres 2010 ihre erste mobile Applikation (nur für iOS) rausgebracht. Mit Hilfe von dieser App kann man über Handy Hotelzimmer buchen. Einsatz von nur einer mobilen Plattform hat sicherlich die Auswirkung dieser Maßnahme beschränkt. Aber der positive Effekt lässt sich trotzdem nicht übersehen: die Umsatzkosten (als Prozentsatz vom Umsatz) sind schon in 2010 gesunken (63,3%), im Vergleich zu 2009 (68,1%) und im folgenden Jahr – 2011 waren die Umsatzkosten niedriger (59,9%) als in den letzten drei Jahren.

    Intercontinental Hotel Group
    Noch aussagekräftiger ist das Beispiel von Intercontinental Hotel Group. Diese Hotelkette hat im April 2010 erste mobile Buchungsappikation (erst mal nur iOS, ein paar Monate später gefolgt von Android) auf den Markt gebracht. Im ersten Jahr nach dem App Release sind die mobilen Buchungen (die offenbar früher über Drittanbieter und Vermittler Apps zustande gekommen sind) um 1000% gestiegen! Die gleiche Zahl an Buchungen wurde in ersten fünf Monaten des Folgejahres erreicht! Die Umsatzkosten waren in 2009, 2010 und 2011 entsprechend 50%, 46,3% und 43,6% des Umsatzes!

    Was bedeutet das?

    Gut durchdachte mobile Strategie und effektiver Einsatz von mobilen Business Apps kann: a. Kosten sparen, b. direkt Umsatz steigern, c. Kundenzufriedenheit erhöhen usw. (der jeweilige Effekt ist abhängig von Ihrer Zielsetzung und Ihrer Strategie). Leider wird diese Tatsache von vielen Unternehmen ignoriert. Auf der anderen Seite gibt es viele Firmen, die eine App entwickeln lassen, weil „alle schon eine App haben“. Dass solche Apps den Kunden keinen richtigen Mehrwert bieten und dass kein Mensch diese Apps nutzt wird nur im Nachhinein klar.
    Fazit: eine gut geplante mobile Strategie ist unentbehrlich!

    Einsatzmöglichkeiten von mobilen Business Apps

    Außer den typischen Fällen, wo die mobile Apps als Ergänzung für die Web-Dienste benutzt werden, (oben erwähnte Buchungssysteme, mCommerce usw.) gibt es viele Geschäftsmodelle, wo die Zweckmäßigkeit des App-Einsatzes nicht ganz klar ist. Insbesondere bei den typischen Offline-Firmen ist es nicht immer eindeutig, welches Nutzen Business Apps bringen können. Hierzu einige Gedanken:

    Geo-Targeted Push Benachrichtigungen

    Jeder von uns, der einen Smartphone besitzt kennt die Push Benachrichtigungen. Diese werden von verschiedenen App Anbietern sporadisch oder regelmäßig genutzt um Aufmerksamkeit zu wecken. Oft hat diese Maßnahme einen negativen Effekt und die Benachrichtigungen werden einfach deaktiviert oder manchmal sogar die App gelöscht.
    Beim richtigen Einsatz aber können die Push-Benachrichtigungen zu einem wirkungsvollen Tool werden! Die Logik ist einfach: die Kunden benachrichtigen, wann sie das brauchen und sagen, was sie hören möchten! Und auf keinen Fall übertreiben.
    Beispiel:
    • Ein Restaurant schickt über seine App gegen Mittag Benachrichtigung an alle App Benutzer innerhalb eines bestimmten Umkreises mit Beschreibung des heutigen Menüs.
    • Auf dem großen Messegelände bekommen die User der Messe-App eine Push-Benachrichtigung über Angebote und Events in der Nähe.

    Dynamische Angebote

    Ist morgen letzter Tag vom Schlussverkauf? Befinden sich Ihre Kunden in der Nähe? Dann könnten Sie Ihre Kunden kurz darauf aufmerksam machen, dass sie die Möglichkeit nutzen können und in Ihrem Geschäft vorbeischauen sollten.
    Denken Sie an „Groupon Now“

    Und das wäre nur der Anfang!

    Daten Sammeln über das Kundenverhalten

    Fragen Sie jeden Webmaster, wie sich seine Kunden auf seiner Website verhalten und Sie bekommen eine detaillierte Darstellung: wie lange ein durchschnittlicher Besucher auf der Website bleibt, wie viele Besucher springen ab, wie viele Seiten werden im Schnitt pro Besuch geöffnet usw.
    Jetzt fragen Sie den Besitzer eines Bekleidungsgeschäfts, ob er Ihnen solche Informationen mitteilen kann. Wahrscheinlich nicht! Aber: was wenn es möglich wäre durch Wi-Fi Signale erzeugt von den Smartphones Ihrer Besucher das Verhaltensmuster Ihrer Kunden innerhalb des Shops zu tracken? So eine Art Google Analytics für Offline Business? Ob das möglich ist? Ja, nichts anderes macht die Turnstyle Solutions!

    Werbespiele

    Sogar wenn das Wachstumspotential für Business Apps mehr als vielversprechend ist, werden die Smartphones heutzutage viel mehr für Unterhaltung genutzt. Und es wird sehr viel gespielt! Dabei ist das Konzept von Werbespielen weder neu, noch besonders kompliziert. Sogar in Wikipedia kann man lesen: „Während beinahe 90 % aller Testpersonen TV-Spots als störend beurteilen, stößt die Werbung in Werbespielen bei mehr als der Hälfte auf Sympathie.“ (Josef König auf innovations-report.de: RUB-Forscher untersuchen Adgames: Werbebotschaften im sympathischen Umfeld).
    Es gibt viele Vorteile die Werbespiele bieten: positive Effekte auf das Branding, Möglichkeit für In-Game Werbung, Einsatz bei den Marketing Kampagnen und Promotion der neuen Produkte, unter anderem auch Anreiz eigene App interessanter zu machen und Kunden dazu zu bringen sie immer wieder aufzumachen und zu benutzen – die Grenze wird meistens durch Phantasie und weniger durch Technologie gesetzt. Dieses Spiel welches durch meinen guten Freund und seinem exzellenten Team entwickelt wurde ist nur ein kleines Beispiel für solche Werbespiele.

    Fazit

    Die erwähnten Methoden wie Geo-Targeted Push Benachrichtigungen, dynamische Angebote, Datensammlung und Werbespiele sind Spitze des Eisbergs. Je weiter man forscht und nachdenkt, desto mehr interessante Möglichkeiten findet man, wie man durch den geschickten Einsatz von mobilen Business Apps sein Geschäft vorantreiben kann. In nachfolgenden Artikeln werde ich jede von oben erwähnten Methoden näher erläutern.
    Wichtig ist zu verstehen, dass Smartphones und mobile Applikationen umfangreiche Informationen über Kunden, ihr Kaufverhalten, Standort, Präferenzen und andere wichtigen Faktoren liefern können und diese Information ermöglicht den Geschäftsinhabern und Marketing Abteilungen durch Einsatz von Mobilen Business Apps die Werbemaßnahmen mit erstaunlicher Präzision durchzuführen. Die Adressierung von Werbung kann viel gezielter gestaltet werden als es sogar bei Social Media der Fall ist!